30.07.: 800 m, Einbein, Radlauf und langsam vorwärts fahren

Hatten auf dem Zimmer gefrühstückt, da konnte Christian das essen, was er gewohnt ist. Er konnte sich mit dem japanischen Essen nicht so recht anfreunden. Silvia und Andreas probierten vieles aus, besonders Andreas, ein Fischliebhaber kam hier auf seine Kosten.
 
Um 7.30 Uhr sind wir hier mit viel Gepäck (Räder, Werkzeug, Ersatzklamotten, Verpflegung und 3 Regenschirmen, die sind hier gut für den Regen oder die brennende Sonne......) abmarschiert in Richtung Stadion, es waren ca. 30 Minuten Fußweg. Nach ein paar Minuten, waren wir schon wieder nassgeschwitzt.
 
Heute morgen schien schon gleich die Sonne, durch den gestrigen Regen hatten wir heute extrem hohe Luftfeuchtigkeit. In der Mittagszeit im Stadion hatte es auf der Tartanbahn  mindestens 40 Grad. Bei diesen Temperaturen sollte man eigentlich am Pool liegen können, wir quälten uns hier bis zum umfallen ab.

Heute war zunächst das 800 m Rennen. Wir hatten den Eindruck, hier fand die Japanische Meisterschaft statt, wir sind nur Randfiguren. Was die kleinen und alle übrigen Altersgruppen an Zeiten vorlegten, lies uns nur staunen, irgendwie total frustrierend. Die Japaner haben in allen Disziplinen die bestehenden Weltrekorde gebrochen. Es dauerte bis ca. 14.00 Uhr, bis Christian an den Start musste. Natürlich wieder in der größten Hitze. Trotzdem fuhr er persönliche Bestzeit, hier reichte es unter 23 Starten halt nur für den 12. Platz, mehr ist  hier einfach nicht drin bei diesen klimatischen Verhältnissen.  Danach war noch Einbein und Radlauf, was nicht gerade seine besten Disziplinen sind, aber Christian fuhr auch dort mit, aber nur im hinteren Mittelfeld (beim Einbeinfahren ist er kurz nach dem Start vom Rad gestiegen). Bei der WM gilt bei jeder Disziplin, bei jedem Start: Volles Risiko, sonst hat man keine Chance!
 
Nach kurzer Entspannung, was hier fast unmöglich ist, auf den Bildern kann man erkennen, wir lagen alle wie die Heringe unter den wenigen Bäumen, machte Christian sich auf zum "Langsam Fahren", seine Lieblingsdisziplin. Man konnte beim Langsam Fahren aussuchen, wann man fahren wollte, wir hatten bis 16 Uhr Zeit dazu. Christian übte ca. 1 1/2 Stunden und erreichte dabei Zeiten bis 46 Sekunden. Man hatte 2 Versuche, den Ersten fährt man üblicherweise immer auf Sicherheit, das waren 38.77 Sekunden, auch hier persönliche Bestzeit. Beim zweiten Versuch wollte er alles geben und ist extrem langsam gefahren, ist dabei aber vom Brett gekommen, ungültig. Schlecht für die Sportler war die neue Regelung: bei Disziplinen mit 2 Versuchen, mussten beide Versuche sofort hintereinander gemacht werden. Eigentlich total unlogisch, jeder Sportler braucht nach höchster Anstrengung und Konzentration mindestens ein paar Minuten Pause zur Regenerierung!
 
Wir  hofften , dass es für den Weltmeistertitel wieder reichen würde. In Seattle reichte eine Zeit von 32.56 Sekunden.
Die Ergebnisse wurden uns nicht mehr mitgeteilt. Da alles von Hand aufgeschrieben wurde (Startnummer und Zeit), mussten alle Ergebnisse mühsam von Hand in den Computer gegeben werden und das dauert meistens einige Tage! Hoffentlich geht es in Japan schneller!
 
Das war wieder ein langer und anstrengender Wettkampftag. Um kurz vor 21 Uhr sind wir dreckig und verschwitzt in unserem Zimmer angekommen. Noch schnell unter die Dusche und die Sachen für den nächsten Tag gerichtet, Bericht geschrieben, Spagetti gekocht.

Ja, so ein WM-Tag ist der absolute Stress. Wieder wurde es weit nach Mitternacht, als wir endlich in die Betten kamen.