29.07.: Erstes Rennen - Marathon
Heute morgen, als wir aufstanden hat es zum Glück nur geregnet, der Taifun hatte kurz vor Tokio die Windrichtung gewechselt. Die Ausläufer haben wir aber voll abbekommen.Heute war unser erster Wettkampftag. Um 10 Uhr sind wir mit dem Bus abgeholt worden. Nach über 1 Stunde Fahrtzeit, erreichten wir das Gelände, auf dem der Marathon stattfand. Es war ein schmaler Grünstreifen, rechts und links, teilweise zweistöckig die Highways, wir genau dazwischen an einem Fluss. Zum Glück führte einer dieser Highways quer über uns, so konnten wir unter der Brücke etwas Schutz von den immer wieder plötzlich aufgetretenen sintflutartigen Wolkenbrüchen finden. Außer 2 offenen Pavillons war dies die einzige Schutz für die unzähligen Fahrer und Betreuer. Alle wurden bei jedem Regenguss klatschenass.
Beim Start um 14.14 Uhr war es gerade trocken, zum Glück bewölkt aber trotzdem schwülheiß. Christian hatte eine sehr gute Startposition erhalten, in der Poleposition, erste Reihe. Doch die Freude hielt nicht lange. Die große Zahl von Japanern, die ein höllisches Tempo vorlegten, vielleicht sind sie dieses Klima besser gewohnt, überholten ihn gleich nach dem Start. Er hatte ziemlich bald Probleme mitzuhalten. Sein Sonnenbrand im Gesicht fing an zu brennen, er bekam schlagartig heftige Kopfschmerzen. Bald musste er akzeptieren, dass hier keine Medaille zu holen ist und hatte deshalb sein Tempo etwas gedrosselt um sich nicht total zu verausgaben. Bei diesem Klima musste man sich die Kräfte genau einteilen. Aufgeben kam natürlich nicht in Frage. Aber die Rennen an den folgenden Tagen waren ihm wichtiger.
Es war recht chaotisch, der Weg wurde nicht abgesperrt, es fuhren immer mal wieder Radfahren dazwischen. Eigentlich war es ein geenterter Radweg, in der Mitte mit einer grünen Linie geteilt. Auf der einen Seite sollte der Hinweg, auf der anderen Seite der Rückweg sein. Immer wieder kamen uns kleinere Fahrer auf der falschen Seite entgegen, musste deswegen öfters absteigen, das totale Chaos. Wieder Voraussetzungen, die bei uns undenkbar sind.
Eigentlich sollte der Bus uns nach den Rennen zum größten Feuerwerk Japans bringen, das jedes Jahr um diese Zeit stattfand aber erst nach Einbruch der Dunkelheit. Doch da alle wirklich total durchnässt und erledigt waren, hatten viele nur noch einen Wunsch, zurück ins Olympic Center, duschen und ausruhen und sich wieder auf den nächsten Tag vorbereiten.
Wer zurückfahren wollte, konnte sich in Listen eintragen. Nach kurzer Zeit waren 2 Busse voll belegt und wir konnten die Heimfahrt antreten.
Am Freitag standen folgenden Rennen auf dem Programm: 800m, Einbeinfahren, Radlauf und langsam vorwärts fahren. Für Christian also ein ganz wichtiger Tag. Wir hatten auf dem Zimmer wieder Spagetti gekocht. Silvia hat endlich in der Nähe heute Abend noch ein Geschäft gefunden, wo es Obst zu kaufen gab. Hier in Japan gibt es zwar unendlich viele kleinere Geschäfte, die allerhand an Lebensmittel führen aber kein Gemüse und kein Obst. Wir konnten bisher nur zweimal Bananen kaufen, das war während unserer Ausflüge aufs Land. Somit gab es als Dessert leckere Trauben. Die Preise für Obst sind in Japan unverschämt hoch, aber wir brauchen ja auch ein paar Vitamine.




















