28.07.: Auf zum Fuji-Panorama

Wieder hieß es früh aufstehen. Um 6 Uhr sollte der Bus abfahren, leider wurde es 6.40 Uhr, weil viele verschlafen haben oder den Wecker einfach nicht gehört haben. Alle sind ziemlich fertig, jeder hier wünscht sich, einmal richtig ausschlafen zu dürfen.  Also, unser Ziel war das Fuji-Panorama, ca. 3 Stunden von Tokio entfernt. Es dauerte 1 Stunde bis wir das Häusermeer von Tokio hinter uns ließen. Nach einer weiteren halben Stunde wurde es richtig bergig und grün, eine Wohltat für die Augen. Wir hatten noch einen leichten Pulli in den Rucksack gesteckt, weil wir dachten, in den Bergen ist es kühler, doch als wir den Bus verließen, schlug uns die gewohnte Hitze entgegen, es war sehr heiß. Christian war zum Glück so vernünftig, hier nicht an den Start zu gehen, obwohl es ihm Spaß gemacht hätte. Die Crosscountry-Strecke und das Uphill und Downhill hatten es in sich. Die Strecken waren sehr schwierig und kräftezehrend.
 
Der Trail-Parcour, anbei ein paar Bilder davon, war überwiegend sehr gefährlich und riskant aufgebaut. Die Fahrer hatten zwar die vorgeschriebenen Beinschoner und Handschuhe an, ansonsten waren sie total ungeschützt, viele wegen der Hitze sogar ohne T-Shirt. Es gab keinerlei Absicherungen, der Parcours war sehr eng, dazwischen noch die vielen Zuschauer, nicht ungefährlich. Es kam wie es kommen musste, es gab einen schweren Unfall. Zufällig haben wir den Dänen Lars Lotrup bei seinem Versuch zugeschaut. Er versuchte, von einer riesigen Kabeltrommel auf einen ca. 3 m entfernten Palettenstapel zu springen. Er sprang zu kurz und knallte mit dem Gesicht voll auf die Paletten und rührte sich nicht mehr, sein Gesicht war blutüberströmt. Es dauerte 20 Minuten, bis ein Krankenwagen und Arzt eintrafen, in Deutschland undenkbar, dass keine Sanitäter anwesend sind.
 
Die Fahrer haben nach kurzer Unterbrechung weitergemacht, wie wenn nichts passiert wäre. Ein Bursche aus Hongkong sprang kurz vor Abfahrt des Busses von einer ca. 4 m hohen Rampe mehrmals auf einen Reifen, total gestört.
 
Zum Glück ist dem Dänen außer Gesichtsverletzungen nichts passiert. Er spazierte zum Schluss zwar total zugepflastert aber zum Glück munter herum. Er hatte erfahren, dass Christian ein Photo von ihm gemacht hatte, zufällig genau in dem Moment, als er mit dem Gesicht aufschlug. Er wollte abends bei uns im Zimmer vorbei kommen, dieses  Bild wollte er natürlich sehen.
 
Christian hatte sich heute einen schlimmen Sonnenbrand zugezogen, er hat die Höhe und die Sonneneinstrahlung total unterschätzt, immer war er zum Filmen und Photographieren mitten unter den Startern. Das Panorama ringsum war zwar beeindruckend, vom Fuji haben wir leider nichts gesehen, weil genau in dieser Richtung viele Wolken waren.
 
Wie immer, kamen wir auch heute wieder sehr spät auf unser Zimmer, kochten aber noch Nudeln mit Tomatensoße. Christian hatte wie jeden Abend noch viel Arbeit, die aktuellen Bilder zu bearbeiten, den Bericht zu schreiben um das Ganze dann per E-Mail nach Deutschland zu verschicken.
 
Obwohl wir soeben eine Taifunwarnung für Tokio erhalten haben und mit sehr starken Niederschlägen und Sturm für morgen zu rechnen ist, musste Christian anschließend noch sein Rad für morgen richten und alles vorbereiten. Es wäre schade, wenn das 10km-Rennen ausfallen würde, es wird Zeit, dass die Wettkämpfe für Christian endlich beginnen. Wenn der Marathon stattfindet, dann um 14.15 Uhr, also mitten in der Mittagshitze. Silvia war noch Wasser einkaufen, soviel sie schleppen konnte. Das ist das angenehme an einer Weltstadt, hier konnten wir zu jeder Tages- und auch Nachtzeit, 7 Tage die Woche einkaufen.