25.07.: Erstes Training, Ausflug von Silvia und Andreas nach Kamakura

Christian wollte den Tag für Training nutzen. Zunächst genoss er das seltene Ausschlafen. Um sich an die Hitze zu gewöhnen, alle seine Rennen fanden um die Mittagszeit, also in der größten Hitze statt, macht er sich kurz vor Mittag auf zum joggen in den Park. Das kostete ganz schön Überwindung, sich bei diesen extremen Temperaturen abzuquälen. Nach kurzer Erholung im kühlen Zimmer, Training mit dem Rennrad, wieder im Park, wo er einige Runden drehte.
 
Da es Sonntag war, hielten sich viele Städter im Park auf. Es wurde musiziert, jongliert, jeder zeigte seine Künste. Christian mit seinem Einrad fiel natürlich auf, er wurde ermuntert mitzumachen, er versuchte auf dem Einrad zu jonglieren. Alle hatten ihre Freude.
 
Total verschwitzt wieder zurück im Olympic Center, konnte er leider nicht duschen. Die  Duschen wurden erst ab 17 Uhr geöffnet. Daher ging er ins Schwimmbad, das ebenfalls zur Anlage gehörte. Hier lernte er die strengen japanischen Badesitten kennen. Von den 6 Bahnen waren 4 für Schwimmkurse gesperrt, 1 Bahn für Anfänger reserviert und nur 1 Bahn für alle übrigen Schwimmer!
Nach kurzer Zeit ein scharfer Pfiff, alle Japaner und natürlich Christian hinterher, flitzten aus dem Wasser, setzten sich an den Beckenrand und mussten ca. 10 Minuten Pause einlegen.
Dann wieder ein lauter Pfiff, alle sprangen aufgereiht vom Beckenrand ins Wasser.
 
Ausflug nach Kamakura:
 
Silvia und Andreas nutzten den Tag, um mit dem Zug einen Ausflug nach Kamakura zu machen, das ca. 1 ½ Stunden südlich von Tokio lag. Auch hier reihten sich Tempel an Tempel. Schön, aber leider sehr heiß, die Wanderung von einem Tempel zum anderen.
 
Absolutes Muss - jeder Japan-Reise - ist der Besuch des Kotoku-Tempels mit dem Daibutsu, dem Großen Buddha von Kamakura. Die sitzende, riesige Figur (11,4m hoch, Höhe des Gesichts 2,3m, Gewicht 93t) wurde 1252 aus einzelnen Bronzeplatten zusammengesetzt. Diese Figur, die trotz ihrer Größe leicht und elegant wirkt, zählt mit Recht zu den erhabensten Kunstwerken der Welt!
 
Weiter ging es zum Hase-dera-Tempel. Wunderschön der japanische Garten und der Blick auf die Bucht von Kamakura. Hier hätten wir Stunden mit dem betrachten des Gartens verbringen können, das war das Schönste, was wir bisher gesehen hatten.
 
Jetzt blieb gerade noch Zeit, zum Strand hinunter zu wandern, der aber für uns eine Enttäuschung war. Graue Betonhäuser am Strand, grauer Lavasand, nicht gerade ein Ort, wo wir Badeferien machen würden. Doch viele japanische Familien verbachten hier den heißen Sonntag.
 
Als wir im Bahnhof auf den Zug warteten, bemerkte Andreas, dass er seinen Zimmerschlüssel (in seinem Fall eine Scheckkarte) verloren hatte. Der Schreck war groß, hatte ich doch in der Ausschreibung gelesen, dass der Verlust des Zimmerschlüssels recht teuer wird. Ca. 35 €!

Da in wenigen Minuten der Zug einfuhr, entschied Andreas, Silvia sollte alleine zurück fahren, zusammen mit seinem großen Samurai-Schwert, das wir unterwegs gekauft hatten! Er wollte nochmals zum Hase-Tempel zurück, nur dort kann er ihn verloren haben (beim fotografieren des Gartens). Kaum ausgesprochen, verschwand er in der Menge. Plötzlich fiel mir ein, ich hatte seinen Railway-Pass im Rucksack, er hatte also keine Fahrkarte für die Rückfahrt. Also müsste ich auf ihn warten. Zum Glück hat er es auch gleich bemerkt, kam umgehend zurück.
 
Silvia also alleine, bewaffnet mit einem Samurai-Schwert (in einem Karton verpackt) wartete auf den Zug. Nach wenigen Minuten, eine Invasion von Schweizern auf dem Bahnhof! Drei Schweizer Familien hatten den Tag ebenfalls für einen Ausflug nach Kamakura genutzt. Silvia musste also nicht alleine zurückfahren.
 
Es wurde dann kurz nach 22 Uhr, bis Andreas total entnervt bei uns im Zimmer auftauchte. Inzwischen hatte er seinen Verlust an der Rezeption gemeldet und musste erfahren, dass er für einen neuen Chip nur ca. 7 € zahlen müsste. Nur wir, mit dem normalen Zimmerschlüssel, müssten den hohen Betrag zahlen! Also war der ganze Stress umsonst gewesen!