7. Etappe - 21. August 2010: Grafenhausen - Feldberg
| Strecke: | 89,5 km |
| Höhenmeter: | 2.340 hm |
| Start: | Rathaus, Dorfplatz |
| Ziel: | Feldberg |
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| Fahrzeit: | 4:44.58,5 |
| Platz: | 46 |
Höhenprofil:

Das Beste kommt zum Schluss: Das große Finale – 7. und letzte Etappe der Trans Schwarzwald – mit Endgegner Feldberg
Der Startschuss fiel heute bereits um 09:30 Uhr. Bei herrlichem Wetter starteten die Racer heute wie immer pünktlich ins Rennen in Grafenhausen. Sonnenschein und viele begeisterte Zuschauer zum Finale! So hatten wir uns die letzte Etappe der diesjährigen VAUDE MountainBIKE Trans Schwarzwald gewünscht. Und tatsächlich, der Wettergott meinte es am Ende der Woche doch tatsächlich gut mit uns und schickte uns perfektes Bikewetter mit Temperaturen jenseits der 20 Grad.
Der wellige Kurs von Grafenhausen auf den Feldberg führte nach knapp drei Rennkilometer durch das Gelände der Rothaus-Brauerei hindurch. Von dort aus ging es auf den zunächst höchsten Punkt der Strecke (1.100 hm).
Weiter rollt der Tross durch Lenzkirch, Rötenbach, Oberbränd, Eisenbach, Schwärzenbach, Waldau und den Hohberg durch Breitnau und das Hochmoor zum Schanzenzentrum Hinterzarten, hinauf zur Erlenbuck und hinüber nach Bärental.
Dann begann die finale Klettertour auf dem kaum schulterbreiten "Walter-Wochner-Steig" zum Kanapee und Neuglashütten. Dieser heftige Singeltrail war aufgrund der Regenfälle der letzten Tage total verschlammt und etliche Gräben erschwerten das Vorankommen mit dem Bike oder zu Fuß. Knöcheltief versanken die Bike-Schuhe bei den teils unfahrbaren Stücken im Matsch und im braunen Wasser. Etliche Wurzeln und Steine – die reinste Quälerei (aber jeder hat das freiwillig gemacht und noch dafür gezahlt!) – gab den noch verbleibenden Fahrern kurz vor dem Zielanstieg schon fast den Rest. Und dann, das Ziel fast schon vor Augen, heißt es sich vor dem Höchsten zu verneigen – und die letzten km bis zum Ziel nochmals auf die Zähne zu beißen.
Der Anstieg zum Feldberg, dem höchsten Berg Baden-Württembergs, erinnert von Nordosten kommend ein wenig an die Silhouette des legendären Mont Ventoux, einer der härtesten und unbarmherzigsten Gipfel der Tour de France. Knallhart und ziemlich gnadenlos haben sich auch 380 Etappenbiker zum Finale der 5. Vaude MountainBIKE Trans Schwarzwald auf das 1220 Meter hohe Plateau knapp unterhalb des Feldberg-Gipfels hinauf gequält.
Bei strahlendem Sonnenschein und ungewöhnlich warmen Temperaturen hingegen empfingen zahlreiche begeisterte Radsport-Fans die Mountainbiker auf dem Feldberg. Die Stimmung war grandios, entlang der Strecke versammelten sich hunderte Zuschauer, welche die Fahrer lautstark anfeuerten.
Der Schlussakkord des von der Donaueschinger Agentur Sauser organisierten Kraftaktes hatte es in sich. Statt lockerem Ausrollen erwartet die noch verbleibenden Fahrer eine Klettertour der Extraklasse auf den höchsten Berg des Schwarzwaldes. Der Weg ist das Ziel bei der VAUDE MountainBIKE Trans Schwarzwald und die Schlussetappe war (natürlich) eine Schinderei. Das wusste niemand besser als Feldbergs Bürgermeister Stefan Wirbser. Er weiß, wie Biker ticken – und er glaubt zu wissen, was er ihnen zumuten kann. Viel! Fast zu viel! Wirbser selbst ist die diesjährige Trans Schwarzwald mitgefahren. Entworfen wurde die Schlussetappe von ihm. Einziger Trost. Der Streckenplaner, der Bürgermeister von Feldberg, ist die gesamte Tour selbst mitgefahren und musste daher auf der Schlussetappe wohl genauso leiden wie alle anderen.
120 Kilometer lang war die ursprünglich von ihm vorgeschlagene Schlussetappe. "Dafür hätten mich die Fahrer gesteinigt", erklärt Rik Sauser mit süffisantem Grinsen. Gemeinsam mit seinem Bruder Kai hat er das Etappenrennen mit 85 ehrenamtlichen Helfern organisiert, musste sieben Tage lang einen Tross von 1000 Menschen auf Trab halten, verpflegen und bei Laune halten. Also wurde Wirbsers Traum ein bisschen abgespeckt, doch hart genug war die Schlussetappe auch bei "nur" noch 89,5 Kilometern und 2340 Höhenmetern.
Das Highlight des Tages: Der Schlussanstieg zum Feldberg über knapp 15 Kilometer. Das absolute Highlight auf der letzten Etappe war aber auf den letzten Kilometern die Überquerung der Skibrücke auf der Feldberg Passhöhe. Feldbergs Bürgermeister Wirbser stellte am Vorabend die Strecke vor und versprach jedem Fahrer, der fahrend über die Skibrücke kommt, ein Bier im Ziel. Er selbst sagte, es ist kaum möglich, so steil und kurvig ist die Auffahrt auf die Skibrücke. Ein Grund es dennoch zu versuchen, im 3. Anlauf schaffte ich es! Mit Puls 200 drehte ich eine Ehrenrunde auf der Skibrücke und ballerte die letzten Kilometer, alles jenseits der 20% Steigung, bis zum Ziel die Wiese hoch. Insgesamt schafften es nur 19 Fahrer über die extrem steile Skibrücke.
Bei strahlendem Sonnenschein, sommerlichen Temperaturen und überglücklich erreichte ich nach 4:44.58,5 Stunden auf dem Hinterrad fahrend die Ziellinie am Feldberg. Es war geschafft, 7 Tage VAUDE MountainBIKE Trans Schwarzwald 2010 durch Deutschlands schönstes Mittelgebirge.
„Eine Bergankunft nach so einer Woche ist extrem“, meinte sogar der Sieger der Herren Matthias Bettinger. Alle Finisher genossen den ungewohnt warmen Abend am Feldberg, zufrieden und überglücklich ließen wir das Rennen entspannt bei Pizza (ja Pizza, nach 7 Tagen kann keiner mehr Nudeln sehen) ausklingen.
Die Skilegende und Olympiasieger Georg Thoma, genannt „Jörgli“, besuchte mit seinem Carbon-Bike die Schlussetappe am Feldberg. Zudem feierte er heute seinen Geburtstag und feierte mit den glücklichen Finishern.
Die Helden dieser Tour sind nicht die Profis, denen der eigene Mechaniker das Rad zum Waschen und Warten gleich nach Zielankunft abnahm und die Physiotherapeutin stand ebenso schon bereit. Die wahren Helden waren die Amateure, die sich neben der täglichen Arbeit / Schule / Studium sich monatelang konditionell auf dieses Mörderrennen vorbereitet hatten, viel Geld investiert haben und teilweise im Massenlager übernachtet haben und währen den sieben Tagen keinerlei Begleitung oder Betreuung hatten.
Nach 7 Tagen im Sattel, nach 7 Marathons am Stück kann ich keine Bananen, keine Gels, keine Riegel, kein Müsli, keine Nudeln und keine Sitzcreme mehr sehen. Glücklich und ohne Sturz, Defekt und Platten geht dieses Abendteuer und die Herausforderung „VAUDE MountainBIKE Trans Schwarzwald 2010“ zu Ende. Es war ein tolles Miteinander, ich hatte viel Spaß und lernte nette Leute kennen.
DANKE
Mein Dank gilt vor allen meinen Eltern, die mich die ganze Woche begleitet und unterstützt haben. Ohne dies wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Sei es die tägliche Wascherei der vor Schlamm und Matsch kaum noch zu erkennenden Klamotten oder die Betreuung vor, währen und nach dem Rennen. Die Duschtasche bekam ich sofort nach dem Zieleinlauf in die Hand gedrückt und musste so nicht stundenlang in der Kälte stehen. Unterwegs an täglich 3 Depots warteten meine Eltern mit zum Glück nicht benötigten Ersatzlaufrädern und Ersatzteilen und knipsten fleißig unzählige tolle Bilder. Vielen Dank für die Unterstützung, ohne diese wäre die Herausforderung – VAUDE MountainBIKE Trans Schwarzwald 2010 – nicht möglich gewesen!
5. VAUDE MountainBIKE Trans Schwarzwald 2010:
- 537 Kilometer
- 14.355 Höhenmeter
- mehr als 23.000 verbrannten Kalorien
- 28:09.58,0 Stunden Fahrzeit
In der Gesamtwertung erreichte ich nach 7 Tagen, 537,8 km und 14.355 hm mit einer Fahrzeit von 28:09.58,0 Stunden den 43. Platz in der Hauptklasse Männer Single.
Unter allen Männern in der Klasse Single erreichte ich Platz 129 von 261 gestarteten Männern, das Ziel erreichten 205 männliche Single Fahrer.
Hier das Podium der Männer Single:
1. Bettinger Matthias (VAUDE Simplon)
2. Schneidawind Christian (Team TEXPA-Simplon)
3. Bult Axel (Vredestein Tyre development)
Alle weiteren Infos zur Etappe in den VMTS daily news!
VMTS daily news 7. Etappe:
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